Hier alles über Schokolade suchen und finden:
03_qualitaet_kakaoanbau_uebersicht
Kakaoanbau
Tonnenweise Genuss.

Kakaobäume werden rund um den Äquator angebaut, zwischen den nördlichen und südlichen Wendekreis. In der Erntezeit 2005/06, also vom 1. Oktober 2005 bis zum 30. September 2006, wurden weltweit 3.675.500 Tonnen Rohkakao geerntet. Davon stammen 71% oder 2.625.300 Tonnen aus den Ländern Afrikas. In Asien und Ozeanien erntete man immerhin 605.400 Tonnen. Aus den Ursprungsländern des Kakaos, aus Mittel- und Südamerika sowie aus der Karibik, kamen nur 443.700 Tonnen und damit nur 12% der Welternte.

Kakaobäume sind wahre Wunderwerke. Die immergrünen Bäume tragen gleichzeitig Blüten, Früchte im Reifeprozess und erntereife Früchte. Die Kakaoschoten wachsen dabei nicht an Zweigen, sondern direkt am Stamm.

Anbau

A_qualitaet_kakaoanbau_artikel_kl

Der Kakaobaum gedeiht am besten im Regenwald, in Mischkulturen mit Schatten spendenden Bäumen und mit Avocado, Mais oder Manoik zu seinen Füssen. Hier erreicht er Höhen bis zu 15 Metern. Durch den Einsatz verschiedener standortgerechter Nutzpflanzen, wie z.B. Bananen, Kakao, Mais, Bohnen etc. gleichsam als „Untersaat” in Baumplantagen, wird eine mehrstufige Bodenbedeckung gewährleistet, die zu einer erheblichen Minderung der Erosionsgefahr beitragen kann und gleichzeitig den Boden besser vor Austrocknung und Nährstoffverlust schützt.

Daraus ergeben sich auch für die Kleinbauern erhebliche Vorteile: Bei gleich bleibender Anbaufläche können höhere Erträge erzielt werden. Die Produktivität steigt und damit das Einkommen der Bauern – bessere Ernährungsmöglichkeiten und eine höhere ökonomische Stabilität führen zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen. Gleichzeitig wird die Ertragsfähigkeit der Böden langfristig gesichert. Für die Bauern bietet dies einen Anreiz zur Sesshaftigkeit; die ständige Ausdehnung landwirtschaftlicher Flächen und die damit verbundene Abholzung des Regenwaldes kann wirksam eingedämmt werden.

Für eine andere Art des Anbaus werden für die Kakaobäume Schneisen in den Regenwald geschlagen und „schädliche Bäume und Pflanzen“, die das Wachstum behindern könnten, entfernt. Nur der robuste Forastero und einige Trinitario-Arten eigenen sich für die so genannten Intensivpflanzungen. Im Abstand von ca. 3-4 m werden die Kakaobäume auf gerodetem Land der prallen Sonne ausgesetzt. Bei dieser Anbauvariante ist intensivste Pflege, wie Bewässern, Aufbringen von Dünger und Pflanzenschutzmitteln notwendig. Im Regenwald übernehmen Insekten und Vögel die Bestäubung der Kakaoblüten, hier muss dies von Menschenhand geschehen.

Die Kakaofrucht

Die Kakaofrucht wird allgemein als Schote bezeichnet, ist aber botanisch genau genommen eine Trockenbeere. Sie ist kurz gestielt, 15 bis 30 cm lang, 7 bis 10 cm dick. Am Grund etwas verbreitert, läuft sie in eine Spitze aus. Zuerst grün, färben sich die Früchte je nach Reifegrad und Sorte später entweder Gelb, Rot oder Purpur. Die Kakaosamen, ihr kostbares Inneres, werden durch eine außen harte und innen weiche, 5 bis 20 mm dicke Schale geschützt.

Von der Blüte zur Bohne

Kakaobluete
(Bildquelle: fotolia)

Von der Blütezeit bis zur Reife benötigen die Früchte, abhängig von Höhenlage und Temperatur, 5 bis 6 Monate. Der Kakaobaum trägt gleichzeitig Blüten und Früchte verschiedener Reifestadien. Die reifen Früchte werden 300 bis 700g schwer und werden meist in zwei Hauptperioden pro Jahr geerntet.

Die Früchte, die je nach Sorte und Reifegrad grünlich, gelb oder rot-violett gefärbt sind, werden in Handarbeit vorsichtig mit einem Messer oder einer Machete direkt am Stielansatz abgetrennt. Ihre Reife erkennt man an dem hohlen Ton, den sie beim Anklopfen geben. Der richtige Erntezeitpunkt ist sehr wichtig, denn in den unreifen Früchten löst sich der Samen schlecht aus der Pulpa, in überreifen beginnt er bereits zu keimen. Außerdem ist die Ernte in vollreifem Zustand im Hinblick auf die Qualität der Kakaomasse und damit auch auf die der Schokolade unerlässlich, weil nur dann das Fruchtmus (Pulpa) für die nachfolgende Fermentation ausreichend Zucker enthält.

Kakaoschoten
(Bildquelle: fotolia)

Die Kakaoküste.

Auf einem Blick:
• Anbaugebiet des Kakaobaums zwischen dem nördlichen und südlichen Wendekreis.
• Erntemenge 2005/06 weltweit 3.675.500 Tonnen Rohkakao, davon 2.625.300 Tonnen aus Afrika, 605.400 Tonnen aus Asien und Ozeanien, 443.700 Tonnen aus Mittel- und Südamerika.
• 40% des afrikanischen Kakaos stammen von der Elfenbeinküste.
• 95% des angebauten Kakaos gehören zur Sorte Forastero = Konsumkakao.
• 5% des angebauten Kakaos gehören zum Würz-/ Edelkakao und setzen sich aus den Sorten Criollo und Trinitariao zusammen.
• Kakaobäume gedeihen am besten in Mischkulturen.
• Nur der robuste Forastero ist für Intensivpflanzungen geeignet.

Hauptanbauland in Afrika ist die Elfenbeinküste. Etwa 40% des in Afrika angebauten Kakaos stammt vor dort. Nach wie vor herrschen dort aufgrund von politischen und sozialen Unruhen oft besorgniserregende Arbeitsbedingungen. Kakaobohnen von der Elfenbeinküste werden häufig mit Bohnen aus Togo, Ghana, Nigeria, Kamerun etc. vermischt und als „Kakaobohnen aus Westafrika“ angeboten.

Bohne ist nicht gleich Bohne.

Die Hauptmenge der Weltkakaoerzeugung besteht aus Konsumkakao, dem Forastero. Diese Kakaobäume sind kräftiger und widerstandsfähiger gegen Krankheiten, Schädlingsbefall und klimatische Einflüsse. Circa 95% der Weltproduktion entfallen auf die Basiskakaosorte Forastero.

Criollo – etwas ganz Besonderes.

Der Edelkakao Criollo ist ein “Würzkakao” – das bedeutet, er enthält sehr viele Aroma- und Duftstoffe. Er wird in der Regel preislich höher gehandelt als die Basiskakaosorten (auch Konsumkakao genannt) und entsprechend sorgfältig und schonend verarbeitet, damit all seine wertvollen Aromastoffe enthalten bleiben. Die meisten Trinitarios, Kreuzungen aus den Kakaosorten Criollo und Forastero, werden aufgrund ihrer geschmacklichen Eigenschaften ebenfalls zu den Edelkakaos gezählt.

Die Macht der Gewohnheitsrecht.

Die Pflanzer in den Anbauländern sind bestrebt, immer qualitäts- und typengleiche Rohkakaosorten auf den Markt zu bringen. So hat sich der Ankauf einer Rohstoffsorte aus bestimmten Lieferantenländern eingespielt. Mitteleuropa deckt seinen Bedarf an Konsumkakao hauptsächlich in den mittelafrikanischen Ländern Ghana, Nigeria und der Elfenbeinküste.

Aus dem nördlichen Südamerika, Ecuador und Venezuela kommen die Edelsorten, die hauptsächlich von deutschen Schokoladenfabrikanten verarbeitet werden. Nordamerika, hier im Besonderen die USA, beziehen ihren Hauptbedarf an Rohkakao aus Brasilien.