Unser Engagement in Nicaragua
– Nachhaltiger Kakaoanbau eine Alternative für Mensch und Umwelt


Der nachhaltige Anbau von Kakao steht seit vielen Jahren im Mittelpunkt unseres Engagements in Nicaragua. Seit fast 25 Jahren unterstützt RITTER SPORT Kleinbauern in dem mittelamerikanischen Land im Rahmen des privaten Entwicklungsprojekts „CACAONICA“. Inzwischen ist daraus eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit rund 15 Bauernkooperativen und einer eigenen Ankaufs- und Trocknungsstation entstanden. Moderne agroforstwirtschaftliche Anbaumethoden helfen dabei die Umwelt – vor allem den Regenwald – zu schützen und zugleich die Erträge der Bauern und damit ihre Lebensbedingungen zu verbessern. 2012 – im großen Jubiläumsjahr 100 Jahre Ritter – hat RITTER SPORT ein neues Kapitel im Nachhaltigkeitsengagement in Nicaragua aufgeschlagen. Um möglichst großen Einfluss auf die ökologischen und sozialen Bedingungen im Kakaoanbau nehmen zu können, wird RITTER SPORT künftig eine eigene Plantage für nachhaltig angebauten Kakao betreiben. Mit fairen Löhnen und sicheren Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter sowie umweltschonenden Anbaumethoden entsteht unter dem Namen „EL CACAO“ im Osten Nicaraguas eine Plantage mit Modell-Charakter.

CACAONICA – Eine Erfolgsgeschichte:
vom privaten Entwicklungsprojekt zur Partnerschaft mit nicaraguanischen Kleinbauern


Seit 1990 unterstützt RITTER SPORT Kleinbauern in Nicaragua beim nachhaltigen Anbau von Kakao. Ziel dieses Engagements ist es, die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort zu verbessern und die natürlichen Ressourcen zu schützen. In über 20 Jahren hat sich aus der ausschließlichen Förderung der mit Hilfe von RITTER SPORT gegründeten Kooperative CACAONICA eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit rund 15 Bauern-Kooperativen entwickelt.


Nicaragua ist das größte Land Zentralamerikas (130 000 qkm) und hat ca. 5,2 Mio Einwohner. Der größte Teil des Landes zählt zu den Feuchttropen. Gleichwohl ist auch in Nicaragua der Tropenwald auf dem Rückzug. Nur noch etwa 26% des Landes sind mit Regenwald bedeckt.
Nicaragua ist noch immer ein überwiegend agrarisch strukturiertes Land. Die Abhängigkeit von wenigen Exportprodukten (Kaffee, Meeresfrüchte, Fleisch, Zucker, Kakao) macht das Land stark anfällig für schwankende Weltmarktpreise.


Die im Kakaoanbau tätigen Familien sind zum Teil extrem arm und überdies beim Anbau und Verkauf des Kakaos völlig auf sich allein gestellt. Die Lage dieser Kleinbauern verbessert sich nur langsam. Zahlreiche Naturkatastrophen haben die Bodenfruchtbarkeit stark vermindert, große Flächen liegen brach. Ein weiteres Problem in Nicaragua ist jedoch die rasche Ausdehnung der Viehzucht und der extensive Ackerbau für eine ständig wachsende Landbevölkerung.
Ein Teufelskreis von Verarmung, Bevölkerungszunahme und Abholzung der tropischen Wälder führt zu einer Vernichtung des Regenwalds mit seinem Artenreichtum. Die Kleinbauern sind gezwungen, dem Regenwald ständig neues Ackerland abzugewinnen, denn das rasche Nachlassen der Bodenfruchtbarkeit lässt ihnen oftmals keine Wahl. Hier setzt das Engagement von RITTER SPORT an.

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Um die extensive Landbewirtschaftung einzudämmen und der Wiederaufforstung eine reale Chance zu geben, setzt RITTER SPORT auf das Konzept der Agroforstwirtschaft, die land- und forstwirtschaftliche Anbaumethoden kombiniert. Durch den Einsatz verschiedener standortgerechter Nutzpflanzen, wie z. B. Bananen, Kakao, Mais, Bohnen etc. wird eine mehrstufige Bodenbedeckung gewährleistet, die zu einer erheblichen Minderung der Erosionsgefahr beiträgt und gleichzeitig den Boden vor Austrocknung und Nährstoffverlust schützt.
Die Kleinbauern können so bei gleich bleibender Anbaufläche höhere Erträge erzielen. Mit der Produktivität steigt das Einkommen der Bauern.
Die agroforstliche Landwirtschaft trägt somit zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen, sowie zum Schutz und zur langfristigen Erhaltung der natürlichen Ressourcen als deren Lebensgrundlage bei.

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Aus diesem agroforstlichen Ansatz ist im Jahr 1990 das private Entwicklungsprojekt CACAONICA entstanden. Es bietet den Bauern Unterstützung an, um ihr Land agroforstlich zu bewirtschaften und diese Methode als ökonomisch und ökologisch sinnvolle Alternative kennen zu lernen.
Zielsetzung des Projektes CACAONICA ist eine nachhaltige landwirtschaftliche Nutzung, die den Waldbestand schützt, zur Wiederaufforstung anreizt und die Fruchtbarkeit der Böden auf weitestgehend natürliche Weise sichert.
Die Firmeninhaber Alfred T. Ritter und Marli Hoppe-Ritter begründen ihr Engagement so: „Kakao ist für unsere Produkte ein Hauptbestandteil, den wir aus Ländern der Dritten Welt beziehen. Wir haben daher diesen Ländern gegenüber auch eine besondere Verantwortung. Klar ist, dass der Schutz der tropischen Wälder der Mitwirkung durch die Industrieländer bedarf. Hierzu wollen wir unseren Beitrag leisten.”

Das Projekt erfährt in Nicaragua eine breite Unterstützung. Sowohl die Regierungsstellen als auch die christlichen Kirchen Nicaraguas sind in das Engagement integriert. Die Bauern erhalten Pflanzen und Samen, z. B. Bananenstauden, Schattenbäume, Kakaopflänzchen und Nutzholzbäume, sowie die zur Bearbeitung notwendigen Werkzeuge. Gleichbedeutend mit dieser materiellen Unterstützung ist die ständige Beratung und Begleitung durch ein kompetentes Team. Unter fachkundiger Anleitung werden Anbaumethoden und Kakaoverarbeitung ständig kontrolliert und verbessert, um einheitlich hohe Qualitätsstandards durchzusetzen.

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Aus diesem privaten Entwicklungsprojekt ist eine öffentlich-private Entwicklungspartnerschaft (Public-Private-Partnership) entstanden, die seit 2007 vom der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der nicaraguanischen Nichtregierungs- Organisation ADDAC unterstützend begleitet wird. Was mit 170 Bauern der Kooperative CACAONIA in Waslala begann, ist heute eine Zusammenarbeit von RITTER SPORT mit mehreren hundert Bauern in rund 15 verschiedenen Kooperativen.
Für die Exportabwicklung und die Qualitätskontrolle, hat RITTER SPORT 2008 eine zentrale Ankaufs- und Trocknungsstation in Matagalpa gebaut.
Neben Lagerhallen befinden sich auf dem Gelände auch Fermentations- und Trocknungsstationen mit Trocknungstunneln und Trocknungstischen, um so die besten Bedingungen zur Weiterverarbeitung, der frisch gelieferten Kakaobohnen zu schaffen. Heute ist es für viele Bauern die zentrale Anlaufstelle.
Zusätzlich zum Welthandelspreis zahlt RITTER SPORT einen Prämienzuschlag. Die Zusammenarbeit mit RITTER SPORT bietet den Bauern langfristige Sicherheit und bessere Kalkulationsmöglichkeiten. Die Vermarktung des Kakaos wird jedoch nicht allein an das Unternehmen RITTER SPORT gebunden, so dass den Bauern auch andere Vermarktungswege offen stehen.

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Dieser Erfolgsgeschichte fügt RITTER SPORT nun ein weiteres Kapitel hinzu und hat 2012, im Jahr des 100. Firmenjubiläums, rund 2.000 Hektar Land erworben. Auf dieser Anbaufläche mit dem Namen „El Cacao“ entsteht eine Plantage mit Modellcharakter, die künftig ökologisch und sozial nachhaltigen Kakao liefern wird. Gleichzeitig baut RITTER SPORT die Zusammenarbeit mit den nicaraguanischen Bauern und Kooperativen aus.

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EL CACAO – Ein neues Kapitel im
Engagement für nachhaltigen Kakaoanbau


2012 hat RITTER SPORT nicht nur das 100jährige Firmenjubiläum gefeiert, sondern auch ein neues Kapitel im Nachhaltigkeitsengagement im mittelamerikanischen Nicaragua aufgeschlagen: Im Osten des Landes, in der Region El Rama, circa 330 Kilometer von der Hauptstadt Managua entfernt, hat RITTER SPORT rund 2.000 Hektar Land erworben und steigt nun selbst in den nachhaltigen Anbau von Kakao ein. Das Ziel ist ebenso klar wie ambitioniert: ökologisch und sozial nachhaltig angebauten Kakao für die 2,5 Millionen Tafeln Schokolade, die täglich im schwäbischen Waldenbuch produziert werden.

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Der Ankauf von Land und der Einstieg in den nachhaltigen Anbau von Kakao ist für ein im internationalen Vergleich kleines mittelständisches Unternehmen der effektivste Weg, maximalen Einfluss auf die ökologischen und sozialen Bedingungen im Kakaoanbau zu nehmen, denn eine permanente Kontrolle der Anbau- und Arbeitsbedingungen der zumeist kleinbäuerlichen Strukturen weltweit ist für RITTER SPORT weder finanziell noch personell möglich. Faire Arbeitsbedingungen und der Schutz der Umwelt gehören aber zu den zentralen Werten des Unternehmens. Deshalb hat sich RITTER SPORT für diesen ungewöhnlichen Schritt entschieden.


Aus ehemals als Weideflächen genutztem Brachland wird nun eine Plantage mit Modellcharakter. Zwei Drittel der 2.000 Hektar werden zur Zeit nach den Gesichtspunkten der agroforstwirtschaftlichen Landwirtschaft aufgeforstet. Der Erhalt vorhandener Waldbestände und Feuchtgebiete sowie die Einrichtung von Tierbrücken, die rund 700 Hektar ausmachen, sichern die Artenvielfalt in der Region. Die Bewirtschaftung der Flächen erfolgt nach den Prinzipien der integrierten Landwirtschaft, zu denen zum Beispiel Energieeffizienz, die Vermeidung klimarelevanter Emissionen, nachhaltige Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität zählen.

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Neben ökologischen Aspekten sind vor allem soziale Fragen im Kakaoanbau der zentrale Beweggrund für RITTER SPORT, hier selbst aktiv zu werden. Hohe Sicherheitsstandards, ärztliche Versorgung, umfangreiche Weiterbildungsmaßnahmen und eine Bezahlung rund 30 Prozent über dem nicaraguanischen Mindestlohn sollen Arbeitsbedingungen schaffen, in denen sich die zur Zeit 44 Mitarbeiter wohlfühlen.


„El Cacao“ ist für RITTER SPORT die logische Konsequenz des fast 25jährigen Engagements in Nicaragua. Bereits seit 1990 unterstützt RITTER SPORT nicaraguanische Kleinbauern beim nachhaltigen Anbau von Kakao. Weiterbildungsmaßnahmen und faire Abnahmepreise sichern die Lebensgrundlagen vieler Kleinbauern, moderne agroforstliche Anbaumethoden schützen Natur und Umwelt. Dieses Engagement setzt RITTER SPORT auch in Zukunft fort und baut die Zusammenarbeit mit den nicaraguanischen Bauern und Kooperativen weiter aus.